Barrierefrei hören  

   

Barrierefrei hören

Schon mal was davon gehört? Hand aufs Herz, wer von uns denkt bei „Barrierefreiheit“ nicht zuerst an mobilitätseingeschränkte oder ggf. noch an sehbeeinträchtigte Mitmenschen? Kaum Jemandem ist aber bewusst, sofern er nicht selbst Betroffener ist, dass es eine noch viel größere Gruppe von Personen gibt, denen man ihre Hörbeeinträchtigung einfach nicht ansieht. Dank einer rasanten Forschung und Entwicklung in der Hörgerätebranche kommen immer kleinere und leistungsfähigere Hörsysteme mit Telefonspule (Induktionsspule) auf den Markt, die möglichst unauffällig getragen werden können und wieder ein gutes bis sehr gutes Verstehen ermöglichen. Auch wenn der Akustiker die Geräte bestmöglich nach dem individuellen Hörvermögen und auf die unterschiedlichen akustischen Bedürfnisse des jeweils Betroffenen einstellt, gibt es Situationen, in denen auch das bestangepasste Hörsystem (HdO) oder Cochlea-Implantat (CI) nur mehr bedingt weiterhelfen kann. Sehr schwierig wird es in Hörsituationen, in denen der Sprecher weit entfernt ist, durch einen Sichtschutz sprechen muss, oder ggf. gar nicht mehr zu sehen ist. Auch wenn vermutlich jeder von uns so seine Probleme hat, in halligen und reflektierenden Räumlichkeiten unter Umgebungslärm (wie bspw. Straße, Fahrzeuge, anderen Teilnehmern/Personen) gut zu verstehen, so ist es für Betroffene mit Hörbeeinträchtigung deutlich schwieriger durch ein vermindertes Richtungshören, meist nicht mögliches Lippenabsehen und vorhandenem Störlärm, den Moderator/Gesprächspartner sicher und gut zu verstehen.

Blitzlichtempfänger

Blitzlichtempfänger für Alarm, Rauchmelder,
Telefon, Türklingel, Türkontakt, Babyfon,
und Personenruf

Ringschleifenanlagen klein/mobil 

mobile Anlagen für wechselnde Einsatzorte und
fix installierte, normgerecht eingemessene Anlagen für sämtliche Pult-/Thekenbereiche

IR-, Funk- und Induktions-Anlagen 

mobile und professionelle IR/FM/IND-Anlagen

 

 

Genau das ist der Grund dafür, weshalb dieses seit 2016 einklagbare Recht auf Gleichstellung mit Hörenden im „öffentlichen Raum“ gesetzlich verankert wurde. Passagen dazu gibt's im Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG 2008), der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK ratifiziert 2008), der Österreichischen Bundesverfassung (B-VG, Art.7, Abs.1), den länderspezifischen Bauordnungen sowie vereinzelt auch in den Arbeitnehmerschutzbestimmungen. Notwendige Vorgaben zur Barrierefreiheit für ALLE beschreibt die ÖN B 1600 (barrierefreies Planen und Bauen), die ÖN B 1601 (barrierefreie Gesundheits- einrichtungen), die ÖN B 1602 (barrierefreie Bildungseinrichtungen) sowie die ÖN B 1603 (barrierefreie Tourismuseinrichtungen).

Mit „barrierefreiem Hören“ bezeichnet man jene akustische Situation, die unabhängig von den tatsächlichen akustischen Verhältnissen vor Ort, ein weitgehend störschallbefreites Verstehen für Schwerhörige wieder ermöglicht.

Je nachdem ob die Situation eine Einzelkommunikation oder eine Moderation oder Ansprache für größere Personenzahlen erfordert, gibt es gut bewährte Technologien wie Induktion, FM und Infrarot, sowie künftig auch Audiostreaming via WLAN oder LTE) die zum Einsatz kommen. Induktion war schon eine in die Jahre gekommene Technik, die vorwiegend zum Telefonieren genutzt wurde, bevor sie normiert (IEC EN 60118-4) normiert wurde und aufgrund der wirtschaftlich günstigen Nutzung wieder zunehmend an Bedeutung und Verbreitung gewonnen hat.

Barrierefreie Höranlagen sind überall dort erforderlich, wo der Schwerhörige bei Aktivitäten des täglichen und öffentlichen Lebens sowie im Kulturbereich systembedingt akustische Einschränkungen hat. Erfahrungsgemäß sind dies sämtliche Pult- und Anmeldebereiche verschiedenster Ämter (Behörde, Gericht, Exekutive), Organisationen und Unternehmen, Beratungsbereiche (z.B. Bank, Versicherung, Rechtsberatung, Notar), Transportbereiche (z.B. Taxi, Bus, ggf. Bahn/Schiff/Flugzeug), Veranstaltungs- und Bühnenbereiche (z.B. Theater, Kino, Museum, Kirche, Seminarraum), Gesundheitsbereiche (z.B. Klinik, Ordination, Therapie-/Rehazentrum, Kranken- und Personentransport, Apotheken), Tourismus- Kultur- und Sportbereiche (z.B. Seminarbereich, Rezeption, Café, Kulturstätte, Sightseeing, Sportstätte), Bildungsbereiche (z.B. Schule, Universität, Kindergarten, Bücherei, Erwachsenenbildung), betreute Wohnbereiche, Alarmierungsbereiche, wichtige Tür-/Torsprechstellen (Haupteingang, Notrufsäule, Schranke, ggf. Lift) sowie der  Konsumbereiche (vorwiegend im Kassenbereich) u.v.a.m.
Diese Liste lässt sich noch beliebig fortführen, soll aber aufzeigen wie groß unser Nachholbedarf noch ist, denn Barrierefreiheit ist kein Minderheitenthema, sondern Komfort für alle Bürger!

Seit Anfang 2013 bin ich auch in der Arbeitsgruppe 'barrierefreies Planen und Bauen' bei AUSTRIAN STANDARDS, dem früheren Normungsinstitut, aktiv tätig und engagiere mich beim Thema 'barrierefreies Hören'.

Meine Dienstleistungen im Bereich akustischer Barrierefreiheit, wie umfassende Systemberatung, Geräteauswahl, Verlegeplanung, systemische Herstellung von barrierefreien Höranlagen, Störfeldmessung vor Ort, normgerechte Einmessung, protokollierte Nutzerschulung, Störfeldanalyse/Induktivcheck, normgerechte Kennzeichnung und Coaching zum Thema „Kommunikation mit Schwerhörigen“ sowie eine gelegentliche Routinekontrolle biete ich selbstverständlich gerne an

Ausführliche Infos und Details dazu gibt's im Downloadbereich. Abbildungen wurden freundlicherweise durch HUMANTECHNIK/AUDIOropa genehmigt.

Kontakt

   
© Wilfried Vorderwinkler