Barrierefrei hören  

   

Barrierefrei hören

Schon mal was davon gehört? Hand aufs Herz, wer von uns denkt bei „Barrierefreiheit“ nicht zuerst an mobilitätseingeschränkte oder ggf. noch an sehbeeinträchtigte Mitmenschen? Kaum Jemandem ist aber bewusst, sofern er nicht selbst Betroffener ist, dass es noch eine weitere sehr große Gruppe von Personen gibt, denen man ihre Hörbeeinträchtigung einfach nicht ansieht. Dank einer rasanten Forschung und Entwicklung in der Hörgerätebranche kommen immer kleinere und leistungsfähigere Hörsysteme mit Telefonspule (Induktionsspule) auf den Markt, die möglichst unauffällig getragen werden können und wieder ein gutes bis sehr gutes Verstehen ermöglichen. Auch wenn der Akustiker die Geräte bestmöglich nach dem individuellen Hörvermögen und auf die unterschiedlichen akustischen Bedürfnisse des jeweils Betroffenen einstellt, gibt es Situationen, in denen auch das bestangepasste Hörsystem (HdO) oder Cochlea-Implantat (CI) nur mehr bedingt weiterhelfen kann. Sehr schwierig wird es in Hörsituationen, in denen der Sprecher weit entfernt ist, durch einen Sichtschutz sprechen muss, oder ggf. gar nicht mehr zu sehen ist. Auch wenn vermutlich jeder von uns so seine Probleme hat, in halligen und reflektierenden Räumlichkeiten unter Umgebungslärm (wie bspw. Straße, Fahrzeuge, anderen Teilnehmern/Personen) gut zu verstehen, so ist es für Betroffene mit Hörbeeinträchtigung deutlich schwieriger durch ein vermindertes Richtungshören, meist nicht mögliches Lippenabsehen und vorhandenem Störlärm, den Moderator/Gesprächspartner sicher und gut zu verstehen.

Blitzlichtempfänger

Blitzlichtempfänger für Alarm, Rauchmelder,
Telefon, Türklingel, Türkontakt, Babyfon,
und Personenruf

Ringschleifenanlagen klein/mobil 

Ringschleifenanlagen für Pult-/Thekenbereiche

IR-, Funk- und Induktions-Anlagen 

professionelle IR-, FM-, und IND-Anlagen

 

 

Genau das ist der Grund dafür, weshalb dieses einklagbare Recht der Nicht-Gleichstellung von Hörenden seit 2006 für den „öffentlichen Raum“, der dem Betroffenen keine individuelle Hörlösung bieten kann, gesetzlich verankert wurde. Passagen dazu gibt's im Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG 2008), der UN-Behindertenrechtskonvention (ratifiziert 2008), der Österreichischen Bundesverfassung (B-VG, Art.7, Abs.1), den Bautechnik-Gesetzen, sowie in den Arbeitnehmerschutzbestimmungen. Auch wenn es noch länderspezifische Unterschiede gibt, basieren sie doch auf den ÖNORMEN B 1600 (barrierefreies Planen und Bauen), B 1601 (barrierefreie Gesundheitseinrichtungen), B 1602 (barrierefreie Bildungseinrichtungen) sowie der B 1603 (barrierefreie Tourismuseinrichtungen).

Mit „barrierefreiem Hören“ bezeichnet man jene akustische Situation, die unabhängig von den tatsächlichen akustischen Verhältnissen vor Ort, ein weitgehend störschallbefreites Hören für Schwerhörige wieder ermöglicht.

Je nachdem ob die Situation eine Einzelkommunikation oder eine Moderation bzw. Veranstaltung für eine größere Personenanzahl erfordert, gibt es verschiedene Technologien (IR, Funk, Induktion, künftig auch WLAN) die zum Einsatz kommen. Induktion war schon eine in die Jahre gekommene Technik, die früher vorwiegend zum Telefonieren verwendet wurde, bevor sie in der IEC EN 60118-4 normiert wurde und wegen der wirtschaftlich sehr preiswerten Einsatzmöglichkeiten wieder stark an Bedeutung und Verbreitung gewonnen hat.

Barrierefreie Höranlagen sind überall dort erforderlich, wo der Schwerhörige bei Aktivitäten des täglichen und öffentlichen Lebens sowie im Kulturbereich systembedingt akustische Einschränkungen hat. Erfahrungsgemäß sind dies sämtliche Pult- und Thekenbereiche verschiedenster Ämter (Behörde, Gericht, Exekutive), Organisationen und Unternehmen, Beratungsbereiche (z.B. Bank, Versicherung, Rechtsberatung, Notar), Transportbereiche (z.B. Taxi, Linienbus, Bahn, ggf. Schiff/Flugzeug), Veranstaltungs- und Bühnenbereiche (z.B. Theater, Kino, Museum, Kirche, Seminarraum), Gesundheitsbereiche (z.B. Klinik, Ordination, Therapie-/Rehazentrum, Apotheke, Kranken- und Personentransport), Tourismus- Kultur- und Sportbereiche (z.B. Hotel, Seminarbereich, Restaurant, Café, Kulturstätte, Reisebus, Sportstätte), Bildungsbereiche (z.B. Schule, Universität, Kindergarten, Bücherei, Erwachsenenbildung), Wohnbereiche (z.B. betreutes Wohnen, Pflegeheim), Alarmierungsbereiche (z.B. Feueralarm), Tür-/Torsprechstellenbereiche (Haupteingang, Notrufsäule, Lift, Schranke) sowie Konsumgeschäftsbereiche (z.B. Lebensmittel, Kleidung) u.v.a.m.
Diese Liste lässt sich noch beliebig fortführen, soll aber aufzeigen wie groß unser Nachholbedarf noch ist, denn Barrierefreiheit ist kein Minderheitenthema, sondern Komfort für alle Bürger! ("design for all")

Ausführliche Infos dazu gibt es im Downloadbereich. Empfehlenswerte fachkundige Informationen sind unter „Links“ bei Betroffenenverbänden, Kooperationspartnern und Herstellern zu finden. Abbildungen auf dieser Seite wurden freundlicherweise durch HUMANTECHNIK genehmigt.

Seit Anfang 2013 unterstütze ich den ÖSB ehrenamtlich in der Gruppe 'barrierefreies Planen und Bauen' AG 011 05 bei AUSTRIAN STANDARDS (früher ÖN Normungsinstitut) bei technischen Fragestellungen

Meine Dienstleistungen im Bereich akustischer Barrierefreiheit, wie umfassende Beratung, Geräteauswahl, Verlegeplanung, systemische Herstellung von barrierefreien Höranlagen, Störfeldmessung vor-Ort, normgerechte Einmessung, protokollierte Nutzerschulung, Coaching zum Thema „Kommunikation mit Schwerhörigen“ sowie eine jährliche Routinekontrolle bzw. Wartung nach Herstellervorschrift, biete ich auf Anfrage selbstverständlich gerne an

Kontakt

   
© Wilfried Vorderwinkler